Allgemeine Präsentation

Jugendstil: Eine grundlegend europäische Bewegung

Jugendstil, Modern Style, Glasgow Style, Sezession, Nieuwe Kunst, Stile Liberty, Ecole de Nancy, Modernisme – all das sind unterschiedliche Facetten einer gemeinsamen Basis – ein europäisches kulturelles Phänomen: der Jugendstil.
Entstanden um die Jahrhundertwende, war der Jugendstil-Trend getragen von einer besonderen Art ästhetischer Ideale und einer Begeisterung für Modernität. Dabei machte er sich die Möglichkeiten zu Nutze, die die industriellen Technologien und die neuen Werkstoffe boten und verband das Streben nach Schönheit mit akribischer Handwerkskunst und einem gewissenhaften Blick für Details. Das Ergebnis war ein wunderbares Zusammenspiel von Architektur, Ausstattung und Dekoration.

Ein bedrohtes Erbe?

Nachdem der Jugendstil Jahrzehnte lang in einen Dornröschenschlaf versunken war, ist er jetzt wieder in Mode und wird anscheinend gut geschützt. Aber solche Erscheinungen können trügerisch sein: neben den bedeutenden Beispielen für das Kunstschaffen der Bewegung, deren Wert allgemein anerkannt wird, gibt es eine Reihe von bemerkenswerten Objekten, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben, gering geschätzt werden oder sogar vernichtet wurden. Dazu kommt, dass die Zögerlichkeit, mit der in manchen Ländern Schutzmaßnahmen durchgeführt werden, eine große Anzahl wichtiger Zeugnisse der Bewegung in Gefahr bringt.

Ein engagiertes und unternehmungslustiges Europäisches Netzwerk

1999 griff eine große Gruppe von Institutionen aus verschiedenen europäischen Städten mit einem reichen Jugendstilerbe – von Helsinki bis Barcelona und von Glasgow bis Budapest -eine Idee des Brüsseler Service des Monuments et des Sites de la Région de Bruxelles Capitale auf und schloss sich zur Bildung eines ersten Europäischen Kooperations- Netzwerkes zusammen.

Recherche, Bewahrung und eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit sind die wesentlichen Punkte des ehrgeizigen Programms, das sich das Réseau Art Nouveau für die kommenden Jahre vorgenommen hat. Unternehmungsgeist und Engagement sind das Hauptmerkmal des Netzwerks; so wie das Netzwerk für eine streng wissenschaftliche Arbeitsweise eintritt, hält es auch Fachleute ständig auf dem Laufenden und macht der Allgemeinheit die kulturelle Bedeutung und die europäische Dimension dieses Erbes vor der eigenen Haustür bewusst.

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Phase 3: Jugendstil & Gesellschaft (2005-2008)

Unter dem Titel „Jugendstil & Gesellschaft“ hat das Netzwerk ein jährlich wiederkehrendes Aktionsprogramm entwickelt, das in drei Teilen verwirklicht wird: Innovation Labs, Historische Labs (Kolloquien über Innovation, historische Forschungen) und Austauschforen. Die Hauptattraktion ist eine Multimediaschau mit dem Titel: „Jugendstil & Gesellschaft“, die den europäischen Jugendstil mit seinen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Aspekten beleuchtet und dabei die Vergangenheit und die Gegenwart der Städte miteinander verbindet. Die Präsentation ist als ständiges Medium für die Partnerstädte gedacht, um ihr Kulturerbe als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit dem Rest Europas vorstellen zu können. Die Ergebnisse aus Forschung und Ikonographie der Historischen Labs werden ebenso enthalten sein.
Insgesamt haben 6 Plenartagungen und Historische Labs mit folgenden Themen innerhalb des Zeitraumes von 2005-2008 stattgefunden:
Internationale Ausstellungen und Weltausstellungen (Brüssel, 22. Oktober 2005)
Nationale Identität und Internationale Trends (Ljubljana, 10. März 2006)
Dekorationen im Jugendstil (Riga,20. Oktober 2006)
Urbane Qualität und die Wahrnehmung der Landschaft (Como-Cernobbio, 4. Mai 2007)
Jugendstil-Mäzene (Nancy, 19. Oktober 2007)
Gesund an Körper und Seele (Bad Nauheim, 16. Mai 2008)
Die Historischen Labs möchten eine Plattform für Wissens- und Erfahrungsaustausch sein, sowohl für alle Beteiligten im Netzwerk, als auch für alle, die nicht zum Netzwerk gehören. Die Themen sind eine Mischung aus Forschung, praktischem Wissen und Erfahrung mit der Absicht, ein allgemeines Publikum anzusprechen, aber auch alle, die in diesem Bereich tätig sind.
Die Neuheiten Labs beinhalten Unterrichtsmaterial für Lehrer und Schüler (z.B. eine neue Broschüre über Monster, Arbeitsbögen, on-line Aktivitäten und Tagungen für Lehrer) ein Projekt für Sehbehinderte und einen Jugendstilführer über Mobiltelefone und persönliche digitale Assistenten (PDAs).
Der vielfältige Austausch bietet allen, die für das kulturelle Erbe Jugendstil tätig sind, die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung quer durch Europa auszutauschen und zwar über drei spezielle Themen:
Tourismus und Jugendstil (Ljubljana, 14. März 2006)
Erziehung und Jugendstil (Provincia di Varese, 8. Mai 2007)
Jugendstil Interpretations Centren (Nany, 23. Oktober 2007)
Partnerstädte: Alesund, Barcelona, Brüssel, Bad Nauheim, Glasgow, Helsinki, La Chaux-de-Fonds, La Habana, Vieja, Ljubljana, Lodz, Provincia di Varese, Regione Lombardia, Reus, Riga, Tiflis, Terrassa, Wien und die Ecole d´Avignon als technischer Partner.

Phase 2: Jugendstil im Wandel (2001-2004)

Die Hauptattraktion in dieser Phase war die Ausstellung „Jugendstil im Wandel“ und ihre Kataloge. Sie war völlig verschieden von den großen Ausstellungen, in denen die Jugendstilbewegung in den letzten paar Jahren gefeiert wurde.
Ziel der Ausstellung ist es, das Schicksal des Jugendstilerbes in den 13 Städten zu erforschen und eine Reihe von Beispielen für vormals unbekannte Projekte ans Licht zu bringen: Dinge, die bisher nicht gesehen wurden oder inzwischen verschwunden sind, die seinerzeit nicht wertgeschätzt oder restauriert wurden. Sie zeigt auch, wie Gebäude verändert und unserem heutigen Leben, einhundert Jahre später, angepasst wurden. Die Ausstellung wird sukzessive in jeder Partnerstadt gezeigt, wobei jede Gastgeberstadt ihre eigenen lokalen Besonderheiten und laufende Restaurierungsprojekte für das Jugendstilerbe zeigt.
Während dieser zweiten Phase des Netzwerks gab es Kolloquien in Wien (Okt. 2002) und Alesund (Okt. 2004). Bei beiden stand das gleiche Thema im Mittelpunkt wie bei der Ausstellung (siehe Kolloquium) und gab den Forschern und europäischen Fachleuten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Überlegungen für die Zukunft auszutauschen..
Darüber hinaus wurde 2003-2004 eine „Bewusstseins-Kampagne“ für die Jugend gestartet, mit vier Publikationen, einer Reihe von Postern, Führungen für die Schulen und ein sehr positiv bewertetes Handbuch für interaktive Besuche, die alle auf dieser Webseite zur Verfügung stehen.
Partnerstädte: Alesund, Barcelona, Brüssel, Glasgow, Helsinki, Ljubljana, Nancy, Provincia di Varese, Reus, Riga, Terrassa, Wien und die Ecole d´Avignon als technischer Partner.

Phase 1: die Startphase (1999-2000)

Während dieser ersten Phase des Netzwerks wurde die Struktur der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstädten festgelegt; Verantwortlichkeiten wurden in mehreren Plenartagungen delegiert, die Webseite wurde erstellt, das Logo wurde ausgewählt, die Bildergalerie wurde angelegt, die Publikation „Jugendstil in Europa heute – Eine allgemeine Einschätzung“ wurde herausgegeben, die Präsentationsmappe wurde in verschiedenen öffentlichen Räumen vorgestellt usw.

Partnerstädte: Alesund, Barcelona, Brüssel, Budapest, Glasgow, Helsinki, Ljubljana, Nancy, Palermo, Reus, Riga, Terrassa, Wien und die Ecole d´Avignon als technischer Partner.

 

 

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